PROFILE – „Krise als Chance“ – Oder: Mehr als das! 
Chancen

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„Krise als Chance“ – Oder: Mehr als das!
Das „Paradoxe Gesetz der Veränderung“

Weise Sprüche gibt es viele, gerade in und für Krisensituation und das ist auch gut so, denn die meisten von uns brauchen in unsicheren Zeiten Zuversicht und mentale Unterstützung.

„Krise als Chance“ ist oft zitiert worden, doch was hat es auf sich mit dem Paradoxen Gesetz der Veränderung? Ist es wirklich erforderlich etwas, das wir nicht haben wollen erst vollständig zu akzeptieren, damit wir es im Anschluss loslassen, also verändern können? Wenn Sie mögen, lesen Sie weiter: 

Für sehr viele Unternehmen bedeutet die aktuelle Situation finanzielle Einbußen, das Entlassen von Mitarbeitern. Je nach Ausrichtung eventuell sogar auch ein drohendes Ende der eigenen Firma.

Für viele Verantwortlichen bedeutet es eine Menge Gefühl. Und zwar genau von den Gefühlen, die gerade im Arbeitsleben eigentlich ’nichts zu suchen‘ haben“ sollten. Denn wie oft hören wir:
„Da musst du durch!“ – „Da brauchst du ein dickes Fell! “ – „Das darfst du gar nicht so sehr an dich ranlassen!“ 
Die Rede ist von: Unsicherheit, Sorge, Angst, Trauer. 

Unsicherheit, weil vielleicht die finanziellen Ressourcen der Firma bekannt sind, aber nicht klar ist, ab wann z. B. eine Teilöffnung der Geschäfte, Gaststätten, etc. wieder möglich sein wird.
Sorge um die Mitarbeiter, die seit vielen Jahren vertrauensvoll für die Firma arbeiten und die vielleicht nicht alle durch die Krise mitgenommen werden können.

Angst vor dem, was nach der Krise kommt. Ob es wirklich möglich sein wird, sich nach dem Shutdown so schnell wieder zu erholen.
Trauer um die Mitarbeiter, die das Unternehmen aller Voraussicht nachverlassen werden müssen. Trauer bei der Verabschiedung von liebegewonnenen Prozessen, die Sicherheit vermittelt haben und bei vielen auch die private Trauer, die eigenen Angehörigen nicht besuchen zu können und auf viele soziale Kontakte verzichten zu müssen.

Wo sollte, bei all dieser Schwere, dann die Chance liegen?  

Das „Paradoxe Gesetzt der Veränderung“ kann helfen, denn es besagt: Wir müssen etwas erst aus vollem Herzen annehmen, damit wir es loslassen können. Oder anders formuliert: Wir müssen erst „Ja“ sagen, auch zu dem, was wir überhaupt nicht haben wollen, denn nur dann können wir es aktiv wieder loslassen.

Erst, wenn wir aus vollem Herzen „Ja“ gesagt haben, wenn wir es buchstäblich annehmen, in die Hand nehmen, erst dann wird es begreifbar. Dann erst halten wir, wenn auch symbolisch, die Situation, das, was es gilt zu verändern, in den Händen. Und erst dann, wenn wir es in den Händen halten liegt es in unserer Kraft es wieder aus der Hand zu geben. Es endlich loszulassen.  

Einer wirklichen Veränderung geht also die vollständige Akzeptanz dessen voraus, was wir loswerden wollen.

Klingt schwierig? – Ist es nicht unbedingt. 

Erinnern Sie sich doch bitte einmal, wie viele Male Sie vielleicht schon Dinge oder Entscheidungen mit sich herumgetragen, ja vielleicht sogar herumgeschleppt haben, bis Sie endlich bereit waren sich zu entscheiden. Und wie groß war die Erleichterung, als Sie endlich gehandelt haben?!

In diesem Moment haben Sie vermutlich die schwierige Situation voll und ganz akzeptiert und waren damit bereit diese anzunehmen. Sie haben sich an Ihre Handlungsfähigkeit erinnert und sind aktiv geworden. Und dann geschah das Paradoxe: Das, was so lange, so schwer gewogen hatte wurde mit einmal leichter und klarer.

Haben Sie dann schon einmal zu sich gesagt: „Hätte ich mich mal schneller entschieden, dann hätte ich nicht so lange hadern müssen!“

Was bedeutet dies nun für die Verantwortlichen in einem Unternehmen, die vor den aktuellen Herausforderungen stehen?

Aus meiner Sicht bedeutet es „Ja“ zu sagen, zu der Ist-Situation. Es bedeutet auch „Ja“ zu sagen, zu den eigenen, vermutlich eher unangenehmen Gefühlen.

Wofür dies gut sein soll?

Gefühle wie Angst, Unsicherheit und zu viele Sorgen sind keine guten Ratgeber in einer Krisensituation:
„Angst essen Seele auf“ (Filmtitel R.W. Fassbinder, 1974).  

Es besteht die Gefahr, dass wir wichtige Details übersehen, wenn wir mit unserem ‚dicken Fell’ nicht gründlich genau hinschauen welche verschiedenen Aspekte ineinandergreifen. 

Es besteht die Gefahr, dass wir zu schnell ‚da durch’ gehen und wir deshalb Chancen übersehen oder an der falschen Stelle abbiegen.

Es besteht die Gefahr, dass wir zu wenig ‚an uns heranlassen’ und dabei unsere eigenen Ressourcen aus den Augen verlieren; uns selber und/oder unser Umfeld überfordern.

Das „Paradoxe Gesetzt der Veränderung stammt ursprünglich aus der Gestalttherapie, definiert wurde es von Arnold R. Beisser (1925-1991), einem Schüler von Fritz Perls, dem Begründer der Gestalttherapie.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen die Chance in dieser besonderen Zeit, die vielleicht an der ein oder anderen Stelle etwas Luft lässt zum Atemholen, uneingeschränkt anzunehmen, was gerade ist. Die Akzeptanz der Unannehmlichkeiten, damit Sie diese wieder aktiv loslassen können. 

Damit Sie weiterhin für Ihr Unternehmen, für sich selber und gemeinsam mit Ihren Mitarbeiter zuversichtlich  die Zukunft gestalten.

Wenn Sie Fragen haben oder ich Sie und/oder Ihre Mitarbeiter in beruflichen oder privaten Prozessen unterstützen kann, melden Sie sich gerne:

info@nicole-reckmann.de
Tel: 0151 / 166 66 205

Für heute die besten Grüße
Ihre Nicole Reckmann